Ist der Bildschirm schädlich für Kinder?

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Quelle: Wikimedia

Eine schottische Studie erforscht diesen Zusammenhang. Den Originaltext finden Sie hier.
Der Ausgangspunkt einer neuen schottischen Studie über den Zusammenhang zwischen  Kinder-Krankheiten und Bildschirmnutzung ist, dass die meisten Studien über das Thema hauptsächlich auf das Fernsehen fokussieren. Videospiele sowie ihr Vergleich zum TV werden dagegen in den häufigsten Fällen nicht separat untersucht.
Professor Alison Parkes der Uni Glasgow hat sich in ihrer Studie über dieses Thema vorgenommen, ausschließlich auf den Vergleich zwischen den Einflüssen von TV und Videospielen auf Kinder von 5 bis 7 Jahren einzugehen.
Die Ergebnisse sind erstaunlich. Laut der Studie hat ein fünfjähriges Kind, das täglich 3 Stunden fernsieht, 0,13% höhere Chancen innerhalb von 2 Jahren Beziehungsschwierigkeiten, Hyperaktivität, Gefühlsstörungen sowie mangelhafte Konzentrationsfähigkeit zu entwickeln. An Kindern, die täglich weniger als eine Stunde fernsehen und dafür mit Videospielen beschäftigt sind, konnten andererseits keine Störungen nachgewiesen werden. Der Bildschirm an sich verursache also keine Verhaltensstörungen bei Kindern in dieser Altersgruppe, welche nur mit der Fernsehzeit einen leichten Zusammenhang haben. Videospiele seien also der Studie zufolge von der Anschuldigung befreit, für kindliche Störungen mitverantwortlich zu sein.

In der Studie wurden auch vielfältige externe Faktoren wie Familienstruktur, Bildungsgrad und Wärme in der Beziehung zwischen den Eltern und Kindern mit einbezogen. Sie beeinflussen nämlich sowohl die Fernsehdauer, als auch die Probleme der Kinder. Wenn man diese Faktoren herausrechnet, erkennt man, dass der Bildschirm selbst nicht der eigentliche Verursacher der Schwierigkeiten von Kindern ist. Die Ursache für kindliche Krankheiten und Verhaltensstörungen sei vielmehr in der Beziehung der Eltern zu den Kleinen zu suchen: TV und Videospiele dürfen nicht als Parkplatz oder Ersatz der Kinderbetreuung fungieren. Sowohl die passive Bildschirmnutzung (TV) als auch die interaktive (Computerspiele) sollen nämlich gemeinsam mit den Erwachsenen erfolgen, deren Pflicht ist, den Kindern die Inhalte zu verdeutlichen. Dadurch wird der Genuss digitaler Medien zu einer aufbauenden und lehrreichen Tätigkeit, welche die Eltern-Kinder-Beziehung bereichert.

Valentina Spalla

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